Von Lalo Fin, Saunameister
Eine private Sauna gehört für ein paar Stunden dir und deiner Gruppe, ohne fremde Gäste und oft ohne Personal. Das ist das Schöne daran. Es heisst aber auch, dass du vorher ein paar Dinge klärst.
Wer eine Sauna mieten will, bucht direkt bei der Vermieterin oder dem Vermieter und ist vor Ort oft ohne Personal. Darum klärst du vor dem Buchen fünf Dinge: wer einheizt und wann die Sauna warm ist, wie ihr abkühlt, was es insgesamt kostet, was bei einer Absage oder schlechtem Wetter gilt und welche Regeln vor Ort gelten.
Ich habe rund acht Jahre als Saunameister in Finnland gearbeitet und mein Handwerk in den finnischen Wäldern gelernt. Heute lebe ich in der Schweiz. Hier sind die Fragen, die ich vor jeder Buchung stellen würde.
Welche Saunen du mieten kannst
Private Saunen gibt es in vielen Formen: ein Saunafass im Garten, ein Saunawagen am Seeufer, eine Hütte am Fluss, eine Sauna in einem Ferienhaus oder eine mobile Sauna, die zu dir gebracht wird. Gemeinsam ist ihnen: Für die gebuchte Zeit gehört die Sauna dir oder deiner Gruppe.
Je nach Angebot heizt jemand für dich vor, oder du heizt selbst ein. Manchmal ist jemand vor Ort, manchmal bekommst du einen Schlüssel oder einen Code.
So buchst du
Saunamap vermittelt keine Buchungen und nimmt kein Geld von Gästen. Du buchst direkt bei der Person oder dem Betrieb, der die Sauna vermietet: auf der Website, per Telefon oder über das eigene Buchungssystem. So weisst du, mit wem du einen Vertrag hast und wen du fragst, wenn etwas nicht stimmt.
Und es ist ein Vertrag. In der Schweiz gilt der Grundsatz, dass Verträge einzuhalten sind. Ein allgemeines Recht, einen im Internet abgeschlossenen Vertrag innert einer Frist zu widerrufen, gibt es nicht (Konsumentenschutz). Ob du gratis stornieren kannst, hängt also vom Angebot ab. Lies darum vor dem Buchen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) (SECO).
Sauna mieten: die Fragen vor dem Buchen
Nicht jede Frage ist für jede Sauna wichtig. Frag nach allem, was die Website nicht klar beantwortet, und lass dir die wichtigen Antworten schriftlich geben, per E-Mail oder in der Buchungsbestätigung.
Zur Sauna selbst
- Holz oder Strom? Ein Holzofen braucht Zeit und Pflege. Frag, wer einheizt und wann die Sauna warm ist.
- Ist die Aufheizzeit in meiner Mietzeit drin? Wenn du drei Stunden buchst und der Ofen in der ersten Stunde erst warm wird, hast du zwei Stunden Sauna.
- Wie viele Personen passen bequem rein? Nicht wie viele erlaubt sind, sondern wie viele gut liegen oder sitzen können.
- Darf ich selbst aufgiessen? Gibt es Kelle und Kübel? Sind Aufgussdüfte erlaubt, und welche?
- Wie bediene ich den Ofen? Lass dir zeigen, wie du nachlegst, wie die Lüftung funktioniert und was du tust, wenn etwas nicht stimmt. Frag, wo der Feuerlöscher ist.
Wenn die Sauna zu dir kommt
- Wie viel Platz braucht sie? Wie gross ist sie, welcher Untergrund passt, und kommt der Anhänger bis an den Platz?
- Was braucht sie vor Ort? Strom, Wasser, Holz? Wer stellt sie auf, und wer heizt ein?
- Darf sie dort stehen? Steht sie nicht auf deinem eigenen Grundstück, frag vor dem Buchen bei der Verwaltung oder der Gemeinde nach.
Zum Abkühlen
- Wie kühlen wir ab? Dusche, Kneippschlauch, Tauchbecken, See oder Fluss?
- Wenn es offenes Wasser gibt: Wo ist der Einstieg, wo der Ausstieg? Gibt es eine Leiter? Wie tief ist es, gibt es Strömung? Schau dir die Stelle bei Tageslicht an, bevor du sie im Dunkeln nach der Hitze benutzt.
- Wie kalt ist das Wasser gerade? Für viele Flüsse zeigt das Bundesamt für Umwelt die aktuelle Temperatur auf einer Karte (BAFU, Hydrodaten).
Zum Drumherum
- Gibt es eine Toilette, eine Umkleide und einen warmen Raum zum Ruhen? Im Winter macht das den Unterschied zwischen einem schönen Abend und einem kalten.
- Gibt es Trinkwasser vor Ort? Wenn nicht, nimm genug mit.
- Sind Tücher und Bademäntel dabei? Oder bringst du eigene mit?
- Wie komme ich hin? Mit dem ÖV oder mit dem Auto, und gibt es Parkplätze? Ist der Weg im Winter geräumt und am Abend beleuchtet?
- Sieht man euch von aussen? Vom Ufer, vom Weg, von den Nachbarn. Das ist wichtig, wenn ihr nackt saunieren wollt.
- Wie lautet die genaue Adresse, und gibt es Handyempfang? Im Notfall muss euch die Rettung finden.
Zum Preis
- Pro Person oder pro Gruppe?
- Was ist inbegriffen? Holz, Tücher, Endreinigung?
- Gibt es eine Kaution? Wie viel, und wann bekommst du sie zurück?
- Wer zahlt, wenn etwas kaputtgeht? Frag, wofür die Kaution gedacht ist, und schau in deiner Privathaftpflichtversicherung nach, ob gemietete Sachen gedeckt sind.
- Was kostet es, wenn ihr länger bleibt?
Lass dir den Gesamtpreis schriftlich geben, bevor du bestätigst. Ein gutes Angebot sagt dir vorher, was es kostet, und nicht erst danach.
Zum Stornieren
- Bis wann kann ich gratis stornieren, und was kostet es danach?
- Was passiert bei Sturm, Gewitter oder Glatteis? Wer entscheidet, ob es zu gefährlich ist, und bekommst du dann dein Geld zurück oder einen neuen Termin?
- Was, wenn die Sauna ausfällt? Etwa weil der Ofen nicht zieht oder der Strom ausfällt.
Steht dazu nichts in den AGB, frag nach und lass dir die Antwort schriftlich geben.
Zu den Regeln vor Ort
- Wann müssen wir gehen, und wie hinterlassen wir die Sauna? Müsst ihr selbst putzen, Asche entsorgen, Holz nachfüllen?
- Gibt es Nachbarn und eine Nachtruhe? Stimmen und Musik tragen am Wasser weit.
- Sind Kinder oder Hunde erlaubt?
- Darf Alkohol mitgebracht werden? Auch wenn ja, lies den nächsten Abschnitt.
Sicherheit, wenn kein Personal da ist
In einer gemieteten Sauna bist du für deine Gruppe verantwortlich. Drei Dinge sind mir dabei am wichtigsten.
Niemand bleibt allein, wenn getrunken wurde. In Finnland stand von 1990 bis 2002 die Hälfte der Menschen, die in der Sauna starben, unter Alkoholeinfluss. Solche Todesfälle sind selten. Die Forschenden raten aber klar zu weniger Alkohol und dazu, niemanden betrunken allein in der Sauna zu lassen (Kenttämies und Karkola, 2008). Mein Rat: Alkohol, wenn überhaupt, erst nach dem letzten Gang. Und nach dem Trinken nicht mehr ins Wasser.
Ins Wasser nur mit Plan. Nie alkoholisiert ins Wasser, nie überhitzt hineinspringen und nicht in trübe oder unbekannte Gewässer springen (SLRG, Baderegeln). In Flüsse, Weiher und Seen gehen nur gute und geübte Schwimmerinnen und Schwimmer, und je kälter das Wasser, desto kürzer bleibst du drin (SLRG, Flussregeln). Geh immer mit einer zweiten Person ins kalte Wasser, an einer Stelle, die einfach und sicher zugänglich ist (Helsana). Wie lange du drinbleibst und wie du wieder warm wirst, steht in Abkühlen im See, im Fluss und im Eisbad.
Kinder in Griffnähe. Lass Kinder nur begleitet ans Wasser, und kleine Kinder bleiben in Griffnähe (SLRG, Baderegeln). Eine Sauna am See ist für Kinder spannend, und genau darum braucht es eine erwachsene Person, die nur auf sie schaut.
Deine Sauna, dieselbe Sorgfalt
Ob ihr nackt sauniert oder in Badekleidung, entscheidet ihr in einer gemieteten Sauna selbst, solange die Vermieterin oder der Vermieter nichts anderes vorgibt. Für viele ist genau das der Grund, privat zu mieten. Mehr dazu steht in Nackt oder Badekleidung.
Eine Regel bleibt dieselbe wie in jeder öffentlichen Sauna: kein Schweiss aufs Holz. Ihr sitzt oder liegt auf Tüchern, die Füsse eingeschlossen (SRF). Nach euch kommen andere, und sie sollen die Sauna so vorfinden, wie ihr sie vorgefunden habt.
Beim Aufguss bist du jetzt die Saunameisterin oder der Saunameister. Fang mit wenig Wasser an und frag die anderen, ob es ihnen recht ist. Ein überdosierter Aufguss kann zu einer Verpuffung und danach zu einem Brand führen, oder zu allergischen Reaktionen (SRF). Wie du es richtig machst, steht in Aufguss erklärt.
Der Rest ist wie überall: nicht zu lange in der Hitze, langsam aufstehen, abkühlen, ruhen, trinken. Den ganzen Ablauf findest du in der Sauna-Knigge.
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Veröffentlicht mit SuperDuperSEO